Ankunft im Antelope Park - 04. Mai 2026
Gegen 15:30 Uhr machte ich mich am Nachmittag in der Stadt Gweru mit dem Fahrrad auf den Weg, zum Antelope Park. Mit großer Vorfreude radelte ich los. Ich war sehr gespannt, welche Erlebnisse dort auf mich warten würden.
Laut meiner Karte gab es zum Eingang des Antelope Park zwei Wege. Ich entschied mich für die ruhigere Straße oberhalb des Parks, denn auf der A5 herrschte mehr Verkehr. Bis zum Eingang des Parks waren nur circa 8 Kilometer zurückzulegen. Sozusagen ein Katzensprung!
Auf dem Weg zum Antelope Park.
Nach einigen Kilometern auf dem Rad, wurde aus der Straße eine rote Sandpiste. Das machte mir nichts aus. Zwar war das Fahren auf der Piste immer etwas anstrengend, doch es steigerte die Vorfreude auf den Park und die Natur.
Nach circa 8 Kilometern, erreichte ich verschwitzt das Gate zum Park. Doch was war das? Das Tor war verschlossen. Mist! Nirgendwo gab es dazu Informationen oder Hinweisschilder. Doch alles ärgern half nichts. Ich musste umkehren und den anderen Weg entlang der A5 nehmen. Fluchend kurbelte ich nun vor mich hin. Meine Vorfreude auf den Park wurde nun leicht überschattet. Allmählich rannte mir wieder einmal die Zeit davon, denn die Sonne ging inzwischen unter. Mit 16 Extra-Kilometern hatte ich nicht gerechnet.
Als ich von der A5 endlich abfuhr, führte der Weg wieder gute 9 Kilometer auf einer, roten Sandpiste entlang. Gegen 17:15 Uhr erreichte ich glücklich den Eingang zum Antelope Park.
Am Tor des Parks empfing mich ein netter Ranger. Im gleichen Moment kam jedoch auch ein Geländewagen aus dem Park gefahren. Ein sehr netter, weißer Mann namens Richard sprang aus dem Wagen und stellte sich mir vor. Bezüglich meiner Radreise war er sehr interessiert. Begeistert erzählte mir Richard von einem Reisenden, der erst kürzlich den Park besucht hatte und zu Fuß von Kapstadt nach Russland unterwegs war.
Richard verabschiedete sich daraufhin wieder und brauste in seinem Wagen davon. Ich hingegen kurbelte zur Rezeption des Parks und ließ mir den Campingplatz für die kommenden Nächte zeigen. Ich war überwältigt von der Schönheit der Umgebung und des Geländes. Außer mir gab es an diesem Abend keinen anderen Camper. Scheinbar waren alle anderen Gäste in Zimmern untergebracht. Der Zeltplatz kostete nur 10,- US$ die Nacht. Ich war im Himmel und setzte mich erst einmal auf eine Bank, um den wunderschönen Sonnenuntergang über dem See vor meiner Nase zu betrachten. Als ich dann schließlich mit dem Aufbau meines Zeltes loslegen wollte, kam Richard gelaufen und gab mir unmissverständlich zu verstehen, dass ich auf keinen Fall im Zelt übernachten durfte, denn wer von Kenia nach Simbabwe radelt, der hat definitiv ein Zimmer verdient. Richard führte mich daraufhin zu einem der hübschen Stroh gedeckten Häuser am See und gab mir ohne Aufpreis ein nettes Zimmer. Ich war von dieser Geste so überwältigt, dass ich Richard vor Freude lachend und dankbar um den Hals fiel.
Als ich dann spät am Abend nochmal vor die Tür ging, sah ich in der Dunkelheit die Silhouetten einiger Pferde vor meiner Tür stehen. Als ich das Licht meiner Stirnlampe anknipste sah ich jedoch, dass es keine Pferde sondern Zebras waren. Sie grasten nicht nur vor meiner Tür, sondern auch direkt neben dem Pool. Ein lustiges Bild…
Das hübsche Häuschen in dem ich von Richard ein nettes Zimmer spendiert bekam.
Unterwegs im Antilope Park - 05. Mai 2026
Tag: 1 - Elefanten, Löwen und Nashörner
Der Antelope Park ist ein circa 3.000 Hektar großes privates Naturschutzgebiet und Ökotourismus-Zentrum in der Nähe von Gweru in Simbabwe. Er wurde 1987 von Andrew Conolly und seiner Frau Wendy gegründet. Andrew ist ein in Simbabwe geborener Farmer, der das Anwesen von einem kleinen Teeraum in ein bedeutendes Wildreservat und Naturschutzgebiet verwandelte.
Heute ist der Antelope Park bekannt als das Zuhause des African Lion Environmental Research Trust (ALERT) und Kernstandort für das Projekt zur Rehabilitation und Freilassung von Löwen in die Wildnis. Andrew Conolly ist der Gründer von ALERT und eine Schlüsselfigur im Parkbetrieb. 2013 wurde Andrew für seine Arbeit im Tierschutz für den Indianapolis-Preis nominiert.
Im Antelope Park leben jedoch nicht nur Löwen, sondern auch Elefanten, Giraffen, Zebras, Nashörner, Kudus, Gnus, Impalas, über 190 Vogelarten und vieles mehr. Der Park verbindet aktiven Naturschutz mit Ökotourismus, um Lebensräume zu bewahren, Bildung zu fördern und lokale Gemeinschaften zu unterstützen.
Am Morgen stand ich früh auf, um bei einer Tasse Kaffee den Sonnenaufgang im Antelope Park zu genießen. Es war herrlich die vielen verschiedenen Vögel am Wasser zu beobachten und dabei zuzusehen wie der Tag langsam erwachte.
Nach dem Sonnenaufgang kam Richard zu mir herübergelaufen und teilte mir mit, dass er mit Andrew, dem Eigentümer des Antilope Parks gesprochen hatte und ich herzlich eingeladen war, zwei Nächte dem Zimmer zu übernachten und noch dazu die Mahlzeiten des Restaurants zu nutzen. Doch nicht nur das! Richard bot mir auch an, mich durch den Park zu führen, denn eine Gruppe neuer Volunteers war eingetroffen und ich durfte mich ihnen anschließen. Wieder einmal war ich überwältig, von der unglaublichen Gastfreundschaft!
Mir wurde allmählich klar, dass der 69 jährige Richard Whitaker der Manager des Antilope Parks war. Richard ist geschätztes Mitglied des Buschprogramms und ein absoluter Experte für die afrikanische Tierwelt im Antilope Park. Seit vielen Jahren bildet er Führer professionell aus und schult freiwillige und Mitarbeiter in der Artenausbildung (Zebras, Impalas, Löwen etc.) Als Pfadfinderleiter unterrichtete Richard zudem viele Jahre Überlebensfähigkeiten wie Feuerherstellung. Mit Leib und Seele lebt Richard für den Antilope Park und arbeitet unermüdlich daran, aktiv zum Schutz der Natur beizutragen und das Bewusstsein für Planzen, Tiere und Umwelt zu schärfen. Ganz gewiss lud Richard mich bewusst ein den Park mit ihm zu erkunden, denn es ist ausgesprochen wichtig, die Botschaft des Antelope Parks über soziale Medien, sowie Mundpropaganda nach außen zu tragen, um somit mehr Besucherzahlen zu requirieren und noch mehr Bewusstsein für Flora und Fauna in Simbabwe zu vermitteln. Ich fühlte mich ausgesprochen geehrt diesen Part übernehmen zu dürfen. Doch auch ohne die Einladung des netten Richards, hätte ich für den fanatischen Antelope Park geworben, denn was ich in den folgenden Tagen erlebte, war wirklich einmalig!
Mit Richard und den Volunteers unterwegs im Antelope Park.
Noch bevor ich an diesem Tag zusammen mit Richard und den Volunteers auf Tour ging, wollte ich unbedingt die Elefanten sehen. Ich buchte deshalb die „Elephant Internaction“, bei der man den Dickhäutern hautnah sein konnte. In Begleitung von zwei netten Guides, durfte ich die drei Tiere und ihre beiden Trainer besuchen. Die Elefanten Amai (39), Ntombi (38) und Chibi (37) wurden Anfang der 1990er Jahre während einer schweren Dürre gerettet. Sie wurden von Hand aufgezogen und fanden im Park ein sicheres Zuhause. Heute sind die drei Tiere Teil des Begegnungs-Programms, das respektvolle Interaktionen ermöglicht.
Die Begegnung mit den Elefanten war für mich ein absolutes Highlight, denn ich durfte die drei Dickhäuter berühren, streicheln, füttern und sogar mit ihnen Fußball spielen. Auch wenn Interaktion mit Wildtieren umstritten sind ist zu betonen, dass diese Elefanten ohne das Eingreifen der Menschen nicht überlebt hätten. Zwei der vier Elefantentrainer im Park, betreuen die Dickhäuter inzwischen 18 und 26 Jahre. Die Begegnung mit den Elefanten war für mich so fantastisch, dass ich sie an einem anderen Tag nochmal wiederholte.
Happy Elephants mit Radmieze.
Richard erzählte mir später noch eine legendäre Geschichte die beschrieb, wie intelligent afrikanische Elefanten sind. Bei einer Hochzeit die im Park stattfand, waren auch die Elefanten anwesend. Als der Bräutigam in seiner Aufregung versehentlich den Ring fallen ließ, hob die Elefantenkuh Amai ihn mit ihrem Rüssel auf und übergab den Ring dem Bräutigam.
Afrikanische Elefanten haben zwei fingerartige Fortsätze an der Rüsselspitze, mit denen sie kleine Gegenstände wie Erdnüsse, Beeren oder sogar einzelne Grashalme präzise greifen können. Untersuchungen zeigen, dass Elefanten mit ihrem Rüssel sogar ein Tortilla-Chip greifen können, ohne das er zerbricht.
Nachdem ich die Elefanten besucht hatte, ging es mit Richard und den 11 jungen Volunteers, im Geländewagen durch den Park. Als erstes fuhren wir zu den Löwengehegen. Der Antelope Park ist bekannt für sein umstrittenes Löwen-Rehabilitationsprogramm, das 2010 mit der ersten Auswilderung einer Löwenfamilie begann. Er züchtet in Gefangenschaft geborene Löwen, um deren Nachkommen über mehrere Generationen hinweg auf ein Leben in Freiheit vorzubereiten.
Der Park begann mit Löwen, die als Haustiere gehalten wurden oder keine Scheu vor Menschen hatten und somit nicht für die Wildnis geeignet waren. Das Projekt des Parks zielt darauf ab, die Population wilder Löwen durch Zucht und Wiederansiedlung zu stabilisieren. Dafür wird eine Methode genutzt, bei der die erste Generation in Gefangenschaft lebt, aber ihre Nachkommen (Generation 2 und 3) mit weniger menschlichem Kontakt aufwachsen, um die Auswilderung zu ermöglichen. Da sich der Antelope Park hauptsächlich durch Einnahmen aus dem Tourismus (Unterkünfte, Safaris und spezielle Löwen-Begegnungen, sowie durch Freiwilligenprogramme) finanziert, wird das Programm für die Haltung der Tiere jedoch oft kritisiert.
Nachdem wir die Löwen besucht hatten, hüpften wir alle wieder in den Geländewagen und fuhren zu den Nashörnern. Die Nashörner bewegen sich im Antelope Park durch freies Gelände, deshalb war ich sehr überrascht, dass wir aus dem Wagen aussteigen durften. Die Nashörner waren nur circa 20 bis 30 Meter entfernt, jedoch standen uns 4 schwer bewaffnete Ranger zur Seite, die die Tiere jederzeit im Blick hatten. Aufgrund der Nähe zu den Nashörnern und all den Informationen die wir von Richard bekamen, war das Erlebnis mit den Ruinös für mich absolut spektakulär !!!
Amazing!!!
Im Juli 2023 startete der Owner des Antelope Parks, ein erfolgreiches Rettungsprojekt für Breitmaulnashörner, als drei Tiere in einer intensiven Rettungsaktion aus einem gefährdeten Gebiet in den Park gebracht wurden. Seither haben sich die Nashörner gut eingelebt. Ein besonderer Höhepunkt war die Geburt eines Nashornbabys namens „Chishamiso“ (Wunder) im Februar 2025.
Lehrer Richard, die Gruppe Volunteers & die Nashörner im Hintergrund.
Ein einmaliges Erlebnis!!!
Unterwegs im Antilope Park - 06. bis 08. Mai 2026
Tag: 2 bis 4 - "The Lion Walk"
Der Antelope Park, ist bekannt für seinen legendären „Lion Walk“. Der „Spaziergang mit Löwen ist eine einzigartige Gelegenheit, junge Löwen in ihrem natürlichen Lebensraum zu begleiten. Wie man sich vorstellen kann ist der „Lion Walk“ super beliebt, denn er ermöglicht hautnahe Begegnungen mit Löwenjungen unter der Anleitung extrem sachkundiger Guides. Die Spaziergänge sind Teil eines größeren Rehabilitationsprogramms, in dem Besucher dazu angehalten werden, die Botschaft und Mission des Antelope Parks zu verstehen.
An diesem Morgen traf sich unsere kleine Gruppe für den "Lion Walk" schon um 6:15 Uhr in der Früh. Die Luft war noch kühl als wir wieder in die Geländewagen stiegen, um mit Richard und einem erfahrenen Guide, auf einen „Spaziergang mit Löwen“ zu gehen. Der Guide an unserer Seite war in Sachen Löwen der beste Mann. Wie Richard erzählte hatte er die seltene Gabe, die Körpersprache und Lautäußerungen der Löwen perfekt zu lesen.
Wir fuhren einige Kilometer durch das Wildreservat, das durch eine offene Savannenlandschaft und typisches afrikanisches Buschland geprägt ist. Bevor wir unseren Spaziergang mit den Löwen starteten, bekamen wir von Richard jedoch eine Einweisung. Er machte uns klar, dass auch ein 8 Monate junger Löwe in der Lage war zu töten. Deshalb bekamen wir strikte Regeln mit auf den Weg. Hier die drei wichtigsten:
1. Nicht rennen: Rennen kann bei den Löwen einen Jagdinstinkt auslösen.
3. Abstand halten: Immer hinter oder neben den Löwen, niemals vor ihnen.
4. Nicht ducken: stehen bleiben, da man dadurch kleiner und weniger autoritär wirkt. (letzteres hatte ich beim Fotografieren vor lauter Aufregung allerdings vergessen :)
"The Lion Walk"
Spaziergang mit den Löwen-Girls Lalela (8 Monate) und Thuli (5 Monate)
Fantastisch !!!
Neugierig und mit viel Spannung wartete unsere kleine Gruppe in der noch kühlen Savanne auf die beiden jungen Katzen. Dann war es endlich soweit. Die beiden Löwen-Girls, Lalela (8 Monate) und Thuli (5 Monate), kamen in Begleitung von zwei Trainern um die Ecke. Wow! Ich bekam Gänsehaut und war total ergriffen. Circa eine Stunde lang spazierten wir mit den zwei süßen Löwen-Mädels, im warmen Sonnenlicht durch die goldgelbe Graslandschaft. Die beiden Katzen tobten und spielten dabei vergnügt vor uns her und sprangen hier und da in das hohe Gras, um die Umgebung neugierig zu erkunden. Es war fantastisch ihnen zuzusehen. Später durften sich einzelne Personen direkt neben die Löwinnen stellen. Tatsächlich hatte ich großen Respekt und stand etwas ängstlich und verkrampft neben den Tieren, denn auf unserem Spaziergang konnte ich sehen, wieviel Power die beiden jungen Löwen-Girls schon mitbrachten.
Eine Leopard Schildkröte, die Richard mit seinen scharfen, geschulten
Augen auf dem Weg durch den Busch entdeckte.
Wundervoll !!!
In den kommenden Tagen nahm Richard mich weiterhin an die Hand und ließ mich sogar an seinen phänomenalen Schulungen für Guides und Volunteers teilhaben. Es war ein großes Vergnügen Richard zuzuhören, denn in seinen Vorträgen vermittelte er mit Witz, Charme und Humor, sein enormes Wissen über die afrikanische Fauna. Spannender als jede Dokumentation!
Eine Schulung bei Richard ist spannender als jede Dokumentation!
Die Highsociety unter sich... :)
rechts im Bild: Andrew Conolly
In den Tagen meines Aufenthalts hatte ich die Ehre, den Gründer und
Eigentümer des Antelope Parks kennenzulernen.
Bildmitte: Rohan Ross
Ganz zufällig lernte ich mit Gründer Andrew auch Rohan Ross kennen.
Er ist der Gründer und Eigentümer von Rovos Rail in Südafrika.
Der Inbegriff luxuriöser Bahnreisen in Afrika.
Unterwegs im Antilope Park - 09. Mai 2026
Tag: 5 - Die Löwenbegegnung
Für diesen Morgen hatte ich die "Begegnung mit Löwen" gebucht. Unsere kleine Gruppe traf sich schon um 5:30 Uhr, noch vor Sonnenaufgang. Mit nur 10 Grad, war es noch mächtig kalt.
Am Abend zuvor hatten wir für diese Löwen-Tour von Richard wieder eine Einweisung mit strikten Anweisungen und Regeln bekommen, denn bei der "Begegnung mit Löwen", liefen die Großkatzen frei durch die Savanne, um zu jagen.
Aufgeregt und ehrfürchtig saßen wir Mädels auf den Bänken der offenen Ladefläche des Geländewagens und waren gespannt wie ein Flitzebogen, denn wir
wussten nicht genau was uns erwarten würde. Unsere Teilnehmergruppe von fünf Mädels, wurde von Richard, dem Antelope Park Eigentümer Andrew, seiner lieben Tochter Mandy und circa 8 Rangern
begleitet. Insgesamt waren 4 Geländewagen für diese Tour unterwegs.
Als das Morgengrauen einsetzte, sausten wir mit den Geländewagen los. Eiskalte Luft wehte uns um die Ohren, während der Horizont über der Savanne sich langsam erhellte und färbte.
Nach einigen Kilometern erreichten wir das eingezäunte Gehege der Löwen. Die beiden Großkatzen wurden uns vorgestellt. Die Löwinnen Cambella und Lalamika waren beide 9 Jahre alt und hatten seit 7 Tagen nichts gefressen. Aufgeregt, hungrig und wild, liefen die beiden Katzen deshalb am Tor des Geheges entlang und warteten darauf frei gelassen zu werden, um auf Jagt zu gehen.
Die Löwinnen Cambella und Lalamika mit Kohldampf in Action.
Nochmal bekamen wir von den Wildhütern einige Instruktionen und Informationen, doch dann war es soweit. Das Tor des Geheges wurde geöffnet. Cambella und Lalamika rannten in Windeseile heraus und an unseren Geländewagen vorbei. Das Ziel dieser Tour war es, die Löwinnen bei der Jagt oder sogar beim Erlegen der Beute beobachten zu können. Da die Tiere keinen Tracker trugen, war die Chance fifty, fifty. Es gab also keine Garantie dafür, dass wir die Löwinnen beim Töten der Beute beobachten konnten.
Eine ganze Weile liefen die Löwinnen vor unserem Geländewagen her und sahen sich in der Savanne nach Beute um. Immer wieder streiften sie mal nach rechts und mal nach links durch das hohe, goldgelbe Gras, um Fährten, Gerüche und Geräusche aufzunehmen. Irgendwann verschwanden die Großkatzen jedoch im Dickicht der Savanne, dort wo der Geländewagen nicht mehr hindurch kam. Nun begann der eigentliche und sehr spannende Teil der Tour, nämlich die Suche nach den zwei Löwinnen, die irgendwo in dem Gebiet auf der Jagt waren.
Unser Konvoi trennte sich. Jeder Wagen nahm einen anderen Weg und einige Ranger machten sich mit ihren Gewähren zu Fuß auf den Weg, um die Löwinnen in der Savanne des Parks ausfindig zu machen. Über Walkie Talkie hielten die Ranger untereinander, mit unserer Gruppe und mit Richard und Andrew Kontakt.
Natürlich wäre die Suche nach den Tieren heutzutage viel einfacher, wenn man ihnen einen Tracker verpassen würde. Das die Löwinnen keinen Tracker trugen, fand ich jedoch eher sympathisch, denn die Jagt im klassischen Stil, ist eine große Kunst! Viel Erfahrung, Instinkt, Technik und Talent sind dafür nötig.
links und Mitte: Der humorvolle Andrew, Gründer und Eigentümer des Antelope Parks, der sich noch immer mit viel Spaß und Stolz auf die Suche nach seinen Mädels macht.
rechts: Einer der vielen netten, professionellen Ranger ("Lion Handler"),
die uns auf der Tour zur Seite standen.
Gute drei Stunden waren wir insgesamt im Busch, auf der Suche nach den Großkatzen unterwegs. Permanent hielten wir dabei Ausschau. Hier und da entdeckten die Männer die Fährten der zwei Löwinnen im Sand, doch zu sehen waren sie nicht. Zwischendurch sahen wir dafür einige Zebras, Impalas und eine Herde Gnus.
Irgendwann traf schließlich über Funk die Nachricht ein, dass die Tiere gesichtet wurden. Alle vier Geländewagen und auch die Männer die zu Fuß unterwegs waren, machten sich nun auf den Weg zum Ort der Sichtung.
Als wir dort eintrafen, verweilten wir geduldig. Einige Ranger und auch Andrew, gingen mit geladenen Gewehren (Andrew mit Pistole) in den Busch, um nach den Löwinnen zu sehen. Tatsächlich hatten die Tiere schon Beute gemacht und fraßen genüsslich an einem Gnu.
Die Beute der Löwinnen Cambella und Lalamika. Ein Gnu...
(Das Foto von der Trophäe haben die Ranger gemacht)
Nachdem die zwei Löwinnen sich satt gefressen hatten, trabten sie den ganzen Weg wieder nach Hause. Sie liefen im Eiltempo vor unseren Geländewagen her und freuten sich regelrecht auf ihr Gehege. Home sweet Home... :)
Ich konnte nicht anders...
An dem Nachmittag vor meiner Weiterreise, musste ich mich unbedingt noch von den drei Elefanten und ihren Trainern verabschieden. Auf dem "Elephant Walk" begleite ich die drei Dickhäuter, zusammen mit den Trainern nach "Hause" ins Gehege. Ich war danach so unglaublich glücklich, dass ich heulen musste. Was für ein unglaubliches Erlebnis!
In dem wunderschönen Antelope Park, hatte ich mehr Zeit verbracht als geplant. Nach fünf Tagen Aufenthalt viel es mir wirklich schwer mich wieder loszureißen. Da mir jedoch der Ablauf meines Visums für Simbabwe im Nacken saß, musste ich weiterfahren. Am Ende war es vielleicht gut so, denn sonst hätte ich vermutlich noch mehrere Wochen in dem Park verbracht oder wäre sogar ein Leben lang geblieben :)
Er ist ein wundervolles Erlebnis.